Dienstag, 8. April 2014

Fermente Step by Step: Ingwer in Honig

Fermentierte Lebensmittel sind traditionell, meist günstig herzustellen und sehr gesund. Ich kann jedem zu dem Thema "Fermentation" die Facebook Gruppe "Wilde Fermente" ans Herz legen.


Gute Bügelgläser von Qualitätsmarken verwenden!


Ingwer in Honig - ein wandelbarer Gaumenschmaus. Toll für Heissgetränke, Desserts, Fleischgerichte, Fischmarinaden, Salatdressings, Suppen und und und. Und denkbar einfach herzustellen!



Ingwer in Honig









Den Ingwer in Scheiben schneiden, den Honig anwärmen bis er flüssig genug ist 
und dann über den Ingwer im Glas schütten. 

Fertig! Nun mindestens 2 Wochen abwarten und kühl und dunkel lagern, natürlich immer mal wieder danach schauen. 



Die Mischung hält durch den Fermentationsprozess sehr lange, 
ich habe meinen auch immer im Küchenschrank stehen, 
man muss das Glas nicht in den Kühlschrank geben. 

Er wird immer besser mit der Zeit!






Ein paar Inspirationen: Den Ingwer kleinschneiden und für Eintöpfe, Chilis und Currys mitkochen (Lamm passt ganz fantastisch), für Marinaden mit Kokosmilch, Tomatenmark und Koriander pürieren, den Honig für Kuchenteige, Crèmes, Chai Tees, ... benutzen. 

Wandelbar ohne Ende.


Toll sind auch Mischungen aus Knoblauch mit Ingwer oder Kurkuma mit Ingwer. 
Immer ein toller Kick für sonst simple Gerichte wie Lammrippchen 
aus dem Schnellkochtopf oder einem Hühnercurry.


Knoblauch in Waldhonig




Ingwer mit Knoblauch in Blütenhonig



Gutes Gelingen und Bon Appétit!



Paleo Kokos-Macadamia Crunch Müsli

Ich werde oft gefragt: Wenn du schon fast 3 Jahre dich nach den Paleo-Richtlinien (mehr oder weniger) ernährst, vermisst du dann nicht Pizza, Nudeln, Brot? Das kann ich guten Gewissens verneinen, weil ich noch nie sehr gerne Pasta gegessen habe, Pizza fabelhaft mit Cassavamehl nachzubauen ist, falls man einen Heisshunger verspürt, und mein Cassava-Brot nicht nur gut, sondern auch wandelbar ist.

Was ich allerdings vermisst habe, ist das Hafer-Crunchy Müsli von Alnatura. Früher gerne mit Vollmilchjoghurt und Früchten als Frühstück oder Snack gegessen, nun einen Weg gefunden, ein superleckeres Paleo-Müsli ohne Getreide UND ohne viele Nüsse zu machen, und damit Antinährstoffe und Pufas zu reduzieren.

Die meisten "Paleo Nachbauten", was das Backen angeht, enthalten für meinen Geschmack viel zu viele Nüsse, die aus den oben genannten Gründen in der Menge und Zubereitungsform zu vermeiden sind, nämlich erhitzt und damit noch mehr oxidiert, als im Supermarkt sowieso schon.

Wie schon oft erwähnt, gilt natürlich nicht eine Aussage für alle. Viele vertragen Cassava nicht, da eine Kreutreaktion mit Gluten hervorgerufen werden kann. Roh ist die Wurzel NICHT verzehrbar, deshalb fällt sie für viele eventuell auch raus. Ein Staple sollte ein Müsli oder ein Brot nie bilden, das hab ich schon oft genug erwähnt und bei diesem Standpunkt bleibe ich auch. Wer allerdings Auberginen, Kartoffeln, Kaffee, Oliven und Kartoffeln als okay einstuft (und das tue ich, da ich keine Probleme mit Nachtschattengewächsen habe und ich es okay finde, Nahrungsmittel zu mir zu nehmen, die erst durch Fermentation oder Kochen verzehrbar sind), kann Cassavaprodukte in dieselbe Schranke einordnen.

Die Basis bietet hier Cassava als Crunch-Ersatz und bildet einen Engtanz mit Kokoschips, Honig, Meersalz, Butter/Kokosöl und Macadamia-Nüssen, die man bei Nussallergie selbstverständlich durch mehr Kokoschips oder Raspeln ersetzen kann.




100 g Gari/Maniokgries (Asiashops/Afrikashops/Internet)
100 g Kokosmilch
125 g Macadamia Nüsse, grob gehackt
100 g Kokoschips
2 El Honig
2 El Butter/Ghee/Kokosöl
Vanille
Salz

Optional: Rohe Cacao Nibs, Zimt, getrocknete Früchte, andere Nüsse

Das Gari in Kokosmilch mit einer Gabel vermischen und aufquellen lassen, etwa 10 Minuten.
Danach den Honig und das Fett schmelzen lassen und alles restliche dazugeben und auf niedriger bis mittlerer Hitze rühren und hellbraun werden lassen, für den extra-Crunch danach noch etwas in den 150° heissen Backofen geben. Vorsichtig agieren da die Masse schnell anbrennt.

Optionale Zutaten nach Belieben nach dem Backen hinzugeben.


Nun abkühlen lassen oder schon warm geniessen mit Joghurt, Kokoskefir, Früchten oder als Snack!

Luftdicht aufbewahren, ausgekühlt abfüllen sonst bleibt das Müsli nicht knusprig.









Bon Appétit!

Sonntag, 6. April 2014

Angeröstete Honig-Kokosbutter mit Vanille und Meersalz



Kokosbutter ist, wenn man sie fertig kauft, ziemlich teuer.

Viel Günstiger, leckerer, frischer und einfach geht es auch zuhause!



Dafür braucht man:

200 g Kokosraspeln
100 ml Kokosöl, flüssig gemacht
1 EL Honig, optional
1 Prise Meersalz
Vanille und Gewürze nach Belieben

Die Kokosraspeln zuerst etwas in einer Pfanne anrösten, dabei vorsichtig sein, sie verbrennen leicht.

Dann die Raspeln mit allem anderen in eine Küchenmaschine/einen Mixer geben oder mit einem Stabmixer bearbeiten und so lange mixen, bis die Masse cremig ist, am besten mit Pausen dazwischen, damit der Mixer nicht zu heissläuft.

Wie chunky man die Butter noch haben möchte und was für Gewürze man sonst noch so zugibt, bleibt einem selber überlassen, auch hier lässt sich wieder viel spielen!



Kokosbutter ist toll zu Obst, auf Cassavabrot,  in Kuchenteigen oder als Snack zwischendurch.



Bon Appétit!

Fermente Step by Step - Pinkes Kraut mit Mango

Fermente, Fermente, Fermente. Es geht weiter in der Reihe!

Sauerkraut ist wohl eins der typischsten Fermente, gerade hierzulande. Man kann jedoch viel mehr mit Rot/Weisskohl anstellen als einfaches Rot/Sauerkraut.


Spitzkohl mag ich als Ferment gerne, weil es relativ schnell geht, und für mich etwas frischer schmeckt als normaler Weisskohl. Gemischt mit Rotkohl ergibt es ein pinkes Kraut, was hübsch aussieht und zu allerlei Gerichten gut passt. Die Mango bringt ein wenig Säure und Süße rein, man sollte es mit dem Obst in Fermenten jedoch nicht übertreiben, weil die Fruktose im Obst sich schnell zu Alkohol wandelt und das Ferment geschmacklich verdirbt.

Hochwertige Gläser sind wichtig für die Qualität des Ferments, Fido oder le Parfait sind z.B. zwei tolle Marken!


 Pinkes Kraut mit Mango



Man braucht:

1 Spitzkohl
1 Rotkohl
1 grüne/relativ unreife Mango
1 rote Zwiebel
unbehandeltes Meersalz
Bügelglas (Fido, Le Parfait oder andere hochwertige Marken, gibt es bei Xenos, Real, Kaufhäusern, Internet)




Vom Spitzkohl und Rotkohl den Strunk entfernen mit einem Messer oder Hobel fein schneiden/hobeln, in eine große Schüssel geben. 







Das Kraut abwiegen und 2% Salz dazugeben (1 Kg Kraut ->20g Meersalz)



Nun heisst es kneten, stampfen, kneten, stampfen! Mit den Händen zu "stampfen" geht meist noch schneller als viel zu kneten, und ist nicht ganz so anstrengend! 


Man sollte das Kraut richtig ausdrücken können, so das richtig viel Flüssigkeit raustropft. Im Glas sollte das Kraut gerade unter der Flüssigkeit stehen.


Als nächstes die Mango schälen und in kleine Würfel schneiden, dazugeben. 



Die rote Zwiebel in dünne Scheiben schneiden und hinzugeben.



Alles nochmal zusammen kurz durchkneten.


Nun die Masse nur noch ins Bügelglas geben und danach die Ränder saubermachen, vorallem sollte man sichergehen, das kein Fett o.ä. mehr am Gummi oder Rand sitzt, sonst funktioniert die Fermentation nicht richtig.



Nun einfach an einem kühlen, dunklen Ort stehen lassen (Keller wäre optimal oder ein kühler Küchenschrank). 

Normales Sauerkraut braucht viel Zeit, 2-6 Wochen sind ausreichend. Spitzkohl ist schneller, entwickelt jedoch auch nicht die ganze Bandbreite an gesunden Bakterien wie langfermentiertes Sauerkraut.

Nach 2 Wochen kann man das Kraut das erste mal probieren, sollte jedoch auch daran denken, dass ein Ferment, nachdem man es einen Tag in den Kühlschrank gestellt hat, nochmal besser schmeckt.



Gutes Gelingen und Bon Appétit!

Donnerstag, 27. März 2014

Fermente Step by Step: Wasserkefir

Wasserkefir - In kurzen Worten: Eine natürliche Limonade. Probiotisch, gesund, erfrischend, variabel ohne Ende, und günstig und einfach herzustellen!

Wasserkefir



Zunächst muss man sich Wasserkefirkristalle und ein gutes Bügelglas von z.B. Fido besorgen. Das geht entweder übers Internet (google, ebay) oder einen Fermenteshop

Dann ist es ganz einfach: Ein Esslöffel Kristalle pro Liter Wasser, 90 g Rohrohrzucker und eine Scheibe Zitrone und eine getrocknete Feige oder ähnliches zugeben. Verschliessen und einen bis zwei Tage ausserhalb vom Kühlschrank stehen lassen.

Keine Angst vor dem Zucker, dieser ist essentiell für die Milchsäurebakterien, die die vorhandenen Kohlenhydrate dann essen und Kohlensäure und probiotische, gute Bakterien zu produzieren.

Dann die Kristalle und den Rest aussieben und der Wasserkefir ist schon fertig! Einen Tag im Kühlschrank in einer Glasbügelflasche und man hat ein prickelndes, probiotisches Getränk!

Die restlichen Wasserkefirkristalle können direkt für den nächsten Rutsch benutzt werden, man hat also nur einmalige winzige Kosten und kann sein Leben lang probiotische Limonade machen, fast umsonst.



Wer mag, und ich mache das eigentlich immer, kann nach dem Absieben den Wasserkefir in die Bügelflasche geben und nun Früchte oder Saft hinzugeben, damit man ein richtig geschmackvolles Ergebnis erhält mit den Früchten oder Gewürzen seiner Wahl!

Eine handvoll Beeren/Granatapfelkernen/Früchten oder ein guter Schuss vom Saft seiner Wahl reichen schon völlig aus für einen Liter fertigen Wasserkefir. 

Diesen zweitfermentierten Wasserkefir lässt man nun noch einen Tag draussen stehen, dann kommt er in den Kühlschrank.

Vorsicht!!! Durch den Druck, der sich aufbaut, muss man immer aufpassen, wie viel Zucker man zugibt durch die Früchte. Gute Glasfaschen dürften sicher sein, aber man sollte sich bewusst sein, das man hier eine chemische Reaktion hervorbringt, die auch gefährlich werden kann, wenn man es z.B. viel zu lange draussen fermentieren lässt, und die Flasche platzen kann. Im Kühlschrank wird die Fermentation zwar verlangsamt, aber nie gestoppt. 

Dadurch hält sich der Wasserkefir aber auch mindestens 1 Woche.

Also: Immer nach dem kleinen Lebewesen in der Flasche schauen, man produziert hier keine Fanta sondern ein probiotisches, lebendes Lebensmittel wie Kombucha oder Joghurt.

Trotzdem sollte man keine Angst haben, damit anzufangen, zu experimentieren, es ist wirklich sehr einfach und total interessant, versatil ohne Ende und hab ich schon erwähnt das es 
wirklich fantastisch schmeckt?

Als Aperitif mit Vodka oder Rum übrigens auch toll!

Viel Spass beim experimentieren, ich kann Wasserkefir wirklich jedem ans Herz legen, 
der sich einen erfrischenden Drink nach seinem Belieben wünscht!



Wasserkefir mit Zitrone und Vanille



Wasserkefir mit Blaubeeren


Wasserkefir mit Himbeeren